Kann denn Saumagen Sportlernahrung sein?

Foto: Kelme

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Der ErFahrungsbericht

Klare Antwort: JA! Saumagen ist, besonders in gegrilltem Zustand, bestens dazu geeignet, müden Bikern wieder auf den Trail zu helfen. Schon von weitem steigt Dir der angenehme Geruch von Grillfeuer und der darauf garenden Pfälzer Spezialität in die Nase, freundliche Menschen reichen Dir mit aufmunternden Worten ein Brötchen, das das wohlschmeckende Gericht enthält, …. und alles wird gut 🙂 So gut, dass wir auch den finalen “Drecksanstieg” mühelos hochradelten.

Doch bis zum Saumagen, bis zur 2. VP war es ein hartes Stück Arbeit. Anfangs lief es flüssig und rund, Achim und ich waren um keinen dummen Spruch verlegen und hatten viel Spaß auf den Trails bergauf und bergab. Nachdem uns der singende und dichtende Pfarrer von Lambrecht auf die Strecke gelassen hatte, begegneten wir in unregelmäßigen Abständen unseren Luxemburger Freunden Andreas und Chris (Chrescht), die auf Ihren “Dicken Dingern” unterwegs waren. Achim verlor zwischendrin sein GPS und bekam es von einem netten Mitbiker hinterhergetragen. An Trailein- und ausstiegen bildeten sich Staus und irgendwann freuten wir uns auf die erste Verpflegung in Frankeneck (Dampfnudeln mit Vanillesauce, Hefezopf mit Nutella, sowie Rum aus Costa Rica, den Andreas bereitwillig aus seinem Flachmann ausschenkte).

Danach lief es etwas zäh, was einerseits am gefüllten Magen, andererseits aber auch an diesem langen und wegen Überfüllung nur unrund zu fahrendem Bergauftrail lag (am Rum jedenfalls lag es bestimmt nicht). Nachdem dann vor mir ein Biker unglücklich stürzte und Achim und ich uns als Outdoor-Ersthelfer hervortun konnten, waren wirklich alle der über 600 Teilnehmer des diesjährigen Gäsbock-Marathons an uns vorbeigefahren. Zwar hatten wir jetzt erstmal alle Trails für uns alleine, doch durch die relativ lange Pause wollten die Beine irgendwie nicht mehr so recht rotieren. Komisch eigentlich. 🙂 Trotzdem holten wir so nach und nach das Feld wieder ein.

Kurz vor der 2 Verpflegung befand sich dann mitten im Pfälzer Wald eine karibische Bar, die wir über den “Black Trail”, erreichten. Hier fanden wir auch unseren Begleiter Olaf in einer Hängematte ruhend wieder. Olaf war zwar mit uns gestartet, erlag aber nach kurzer Zeit seinem Rennfieber und tauchte erst in der besagten Hängematte liegend seit Frankeneck wieder auf, den Unfall und unsere Hilfsmaßnahmen hatte er gar nicht mitbekommen. In der Spider-Lounge lernte ich dann auch eine weitere Pfälzer Spezialität kennen: Riesling-Schorle mit eingelegter Silberzwiebel. Nicht unbedingt mein Geschmack, aber allemal trinkbar.

Nach der 2 Verpflegung … genau … die mit dem Saumagen … und frisch gestärkt, begann sich bei Achim ein wenig Müdigkeit abzuzeichnen, sodass die folgenden Kilometer eher nicht im Renntempo absolviert wurden. Trotzdem erreichten wir problemlos den gefürchteten “Drecksanstieg” und befuhren diese unangenehm lange und steile Forstautobahn inmitten viele anderer Mountainbiker. Wir waren sogar soweit wieder nach vorne gekommen, das wir hoch über Lambrecht noch die handgemachte Rockmusik und frisch gezapftes Kölsch an der so genannten Sonderverpflegung genießen konnten. Einzig die selbstgebackenen Gäsbock-Kekse waren schon aus. Dieses “Meisterstück” der freien Zeiteinteilung gelang bei weitem nicht allen Teilnehmern, einige waren zu spät am Einstieg zur finalen Steigung eingetroffen und wurden direkt zum Ziel umgeleitet. Nach der Pause und dem Biergelage gings für uns Drei nur noch rund 5 Kilometer auf superschönem Abfahrtstrail und einem kurzen Asphaltstück zum Ziel in Lambrecht. Schee wars.

Fazit: Der Gäsbock-Marathon ist eine Veranstaltung von und für Mountainbiker, die mit viel Sachkenntnis und Liebe fürs Detail (ich sag nur: “Park fermäh”) zum bisher 14. Mal organisiert wurde. Ausgestaltung und Streckenführung waren klasse, die Verpflegung ebenso. Was hier die Damen und Herren der Gäsbock-Biker immer wieder auf die Beine stellen, verdient allerhöchsten Respekt. So stelle ich mir Biken bei und mit Freunden vor.

Und statt teuren und manchmal bröseligen Riegeln werde ich ab sofort nur noch Saumagen als Tourverpflegung dabeihaben. Denn Saumagen kann auch kalt genossen werden und entfaltet dann ebenfalls seine positiven Wirkungen. 🙂

Autor: Ripman

Rechts-Links-Verwechsler

6 Kommentare

  1. Schöner Bericht Jürgen. Gell, das ist eine ganz besondere Veranstaltung. Leider war ich gesundheitlich angeschlagen und habe diesmal meine Startnummer (wieder die 301 ;)) an einen Kumpel weitergeben müssen.. Nächstes Jahr klappt es vielleicht mit der Fahrgemeinschaft Rheingau/Mainzbaden.
    PS: Wir haben vor einigen Jahren auch mal einen Verletzten bergen müssen.
    Liebe Grüße aus Montepreso
    Hans

  2. Gäsbock 14 geRockt – mit Jürgen Riplinger, Olaf Treudt und vielen anderen.

    Ich habbs aach geschafft, wass ä Abbeid. Danke an Jürgen und Olaf für die direkte Begleitung, Zena fürs versprochene Knuddeln, an die Gäsböcke und -böckinnen für die hervorragende Organisation (vorher, während und nachher), den singenden Pfarrer, die Streckenposten, die Sanis, die Aktiven an den Verpflegungsstellen, den EtrexSven, den CostaRicaRumAndreas (sehr lekker) und überhaupt.

    De Jürschen hat enn scheene ErFahrungsberischd geschribbe unn isch fand alles beinhart toll! 😉

  3. Da sagen wir vielen Dank und was für eine feine Beschreibung aus eurer Sicht.
    Von dem verletzten Christoph soll ich euch herzlich grüßen und er wird noch Kontakt zu euch aufnehmen. Ihr habt das sehr professionell und votallem auch mit der nötigen Ruhe erledigt. Einen herzlichen Dank auch von meiner Seite.

    Pfalztrails? Machen wir gerne.
    Gäsbock 15? sollte wir für die Beinharten hinkriegen.

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