CLUBTOUR | Vinschgau 2017

Vinschgau - Blick auf den Latscher Sonnenberg

Vinschgau – Blick auf den Latscher Sonnenberg

Willkommen im Mekka des Bikesports! Im Vinschgau wurde das Biken zwar nicht erfunden, aber man könnte es fast meinen. Deshalb wird es nach langjähriger Abstinenz wieder Zeit dieses Gebiet mit uns Beinharten unsicher zu machen.

Zeitraum: 15.07. – 22.07.2017

Touren und Aktivitäten

Das Spektrum des Angebots und Tourenvielfalt ist hier riesig, praktisch jede Spielart des Bikesports wird hier bedient. Der Charakter der Touren wird bei uns aus einer Mischung von Endurotouren (langsam bergauf, schneller bergab) und auch mal eingestreuten technischen Stücken mit Zeit zum Üben liegen. Fest eingeplant ist das Befahren des Goldseetrails (Infos hierfür: http://trails.de/tour/goldsee-giro-tag-2/) und natürlich die Klassiker wie Holy Hansen und Tschillitrail.

Über unseren Partner Vinschgau Bike gibt es die Möglichkeit täglich an extern geführten Gruppentouren teilzunehmen. Wer an einem bikefreien Tag gerne das nahe gelegene Meran oder Bozen besuchen möchte, kann hierfür kostenlos die regelmäßig verkehrenden Züge nutzen.

Unterkunft

Für uns sind zwei Ferienwohnungen (Wohnung 6 und 9) in der Pension Obstgarten in Goldrain reserviert. Diese haben jeweils ein separates Schlafzimmer mit Doppelbett, eine komplett ausgestattete Küche, jeweils zwei Bäder mit Handtüchern und Fön und einen Südbalkon zum Entspannen nach der Tour. Insgesamt gibt es also Platz für sechs Mitfahrer. Hier könnt ihr euch die Zimmeraufteilung ansehen.

Adresse: Krummweg, 22, 39021 Goldrain, Bozen, Italien

Das leibliche Wohl

Von gemeinsamem Kochen über einen Besuch der direkt um die Ecke gelegenen Restaurants ist alles möglich, dies entscheiden wir spontan ganz nach Eurem Gusto. Nach den Touren wird traditionell in der Bikerbar des Orts eingekehrt, direkt um die andere Ecke von unserer Ferienwohnung gelegen.

Kosten

Die Kosten der Ferienwohnung wird durch die Anzahl der Mitfahrer geteilt und beläuft sich bei voller Belegung der Ferienwohnung auf 170 € pro Person und Woche.

Anmeldung

Die Unterkunft ist voll belegt, wer sonst noch mit uns auf Tour gehen möchte kann dies gerne, kümmert sich aber bitte selber um eine Unterkunft.

Wir freuen uns auf eine tolle Tourenwoche mit euch!

Ariane und Andreas


Anreise und Bierkellertrail, Samstag, 15.07.17

 

Eine neun- bis elfstündige Autofahrt hat den Teilnehmern den Wechsel vom durchwachsenen regnerischen deutschen Wetter zum sonnigen Wetter des Vinschgaus beschert. Das wird natürlich mit einem Kellerbier im Bierkeller in Latsch gefeiert!

Der  Bierkellertrail (hoch) erhält eine Wertung von anderthalb von fünf Techniksternen, einige Wurzeln und geöffnet zu haltende Gatter sind nur mit gebührender Technik zu schaffen. Außer Zahnradbahn-Andreas hat niemand den ersten wurzeligen Anstieg hinauftreten können.

Der Heimweg durch die Obstplantagen gestaltete sich etwas schwieriger als der Hinweg, da mittlerweile die Bewässerungsanlagen eingeschaltet waren…

Wir sind dann doch noch trochenen Reifens in Goldrain angekommen.

St. Martin, Latscher Panoramatrail und Propain-Trail, Sonntag 16.07.17

Für heute stehen erst einmal das Bewältigen von 1000 hm nach St. Martin auf dem Programm. Die einen bewerkstelligen das so:

Die anderen so:

Ergo: wir schaffen es alle hoch zur obligatorischen Einkehr bei Leberknödelsuppe und Kaiserschmarren an der Hütte „Oberkaser“.

Danach steht der als flowig angepriesene Latscher Panoramatrail auf dem Plan. Die fünf slowenischen Hardcoreballerer, die sich am Einstieg erst einmal kollektiv Mut in Dosen antrinken müssen, hätten uns eine Warnung sein sollen. Es folgt der bislang schwierigste S2-Trail, den ich je gefahren bin. Nicht nur dass man stets mit dem ausgesetzten Gelände kämpfen muss, es gibt auch einige wirklich verblockte Stellen, die einem zum Schieben verlockten.

Die Gegenanstiege mit Ganzkörperprotektorierung schaffen dann Genugtuung bei den Nichtturbobikern, die kein dreiundzwanig Kilogramm schweres E-Rad hochschieben müssen:

Der sich anschließende Propain Trail, der als S1-Trail bewertet ist, lässt dann einige Herzen höher schlagen. Schnelle Anliegerkurven wechseln sich mit flowigen und steileren Abschnitten ab, wer will kann es hier also so richtig laufen lassen. Diesem Rausch der Geschwindigkeit erliegt dann der ein oder andere und liegt dann auch mal auf der Nase,  es ist alles aber noch einmal glimpflich abgegangen. Trotzdem hat der Propain Trail seinem Namen alle Ehre gemacht.

Die Gesamtbilanz des Tages: gut 1400 Höhenmeter und 32 Kilometer.

Goldseetrail, Almweg, Vinschger Radweg – Montag, 17.07.17

Der Tag beginnt früh. Um 7.00 Uhr holt uns unser Fahrer Berni vom Hbf in Goldrain ab. Die achtundvierzig Kehren zum Stilfser Joch lassen wir uns ganz und gar nicht beinhart gemütlich hochtransportieren.

Die ersten wackren „rasierten Wadeln“ ziehen gerade an uns vorbei als wir um 8.10 Uhr auf 2757 Meter aus dem Auto steigen. Für uns heißt es heute vor allem Tiefenmeter sammeln und dafür ist Eile geboten, denn das erste Stück des Goldseewegs bis zur Furkelhütte ist von 9.00 Uhr bis 16.00 Uhr für Mountainbiker offiziell gesperrt.Ein Foto mit Ortlerblick (versteckt hinter Peter) muss dann aber doch noch geschossen werden, bevor wir das erste Teilstück hinunterrollen

„Des isch höchstens S0 bis gar nischts“, äußert sich eine schweizer Bikerin, die offensichtlich gelangweilt an uns vorbeirollt und kurz darauf in die vermeintlich spannendere Bimbamabfahrt nach Trafoi abbiegt.

Im zweiten Teil der Strecke sind die S0 Passagen zusehends von Geröllfeldern unterbrochen und es gesellen sich mehr und mehr technische Passagen mit Absätzen und einigen wenigen Spitzkehren hinzu.

Der letzte Teil direkt vor der Furkelseehütte verläuft in einem Lärchenwald und ist recht zügig zu fahren. Einige Stellen fordern allerdings eine gute Linienwahl aufgrund von Wurzeln und Engstellen.

Nach einer Stärrkung in der Furkelseehütte, die man auch mit der Seilbahn von Trafoi wieder erreichen kann, beschließen wir den Almweg (Wanderweg 4) weiterzufahren. Der „tendenziell höhengleiche“ Weg ist ein ständiges auf- und ab mit fiesen Gegenanstiegen, die bis zur oberen Stilfser Alm für gut trainierte Crosscountries durchaus zu schaffen sind. Auf der Stilfser Alm angekommen teilen sich die Meinungen über das weitere Vorwärtskommen. Dagmar bleibt mit einigen Alpencrossern, denen wir immer wieder auf dem Weg begegnet sind schäkernd bei einem großen Kaiserschmarren zurück, während Peter, Andreas und ich es zunächst für eine gute Idee halten, dem Almweg weiter zu folgen. Schließlich kann man sich ja an jeder weiteren Alm noch stärken, so der Gedanke.

Tatsächlich ist die Obere Stilfser Alm die letzte bewirtschaftete Hütte, der wir begegnen sollten. Die Stärkung hätte unterwegs dringend Not getan, denn das stetige auf- und ab mit durchaus fordernden Rampen und verblockten Stellen können wir meist nur durch schieben meistern.

Die letzte Abfahrt nach Glurns herunter entlohnt dann doch ein wenig für die Plackerei. Zunächst steil und übersät mit losem Geröll, auf dem ein kontrollierte bremsen nicht mehr möglich zu sein scheint, wandelt sich der Weg nach den ersten Kehren bald zu einem weiterhin steilen aber doch griffigen schnellen und Aufmerksamkeit fordernden Downhill. Insgesamt bleibt der Weg auf S2 Niveau ohne wirklich verblockte Stellen.

 

Da es mittlerweile schon 16 Uhr war, freuten wir uns schon auf eine schnelle Ankunft in Goldrain mithilfe der Vinschgaubahn. Bei der Ankunft am Bahnhof in Schluderns dürfen wir dann hocherfreut feststellen, dass diese zurzeit nicht fährt. So blieb uns nichts weiter übrig den schönen Tag mit einem echten Trailfeuerwerk ausklingen zu lassen: 29 Kilometer Vinschger Radweg. Dieser Abschluss brachte die Tagesbilanz von 65 Kilometern, 650 Höhenmeter aber auch 2500 Tiefenmeter.

Ober- Untermontani Techniktraining auf dem Latscher Trailzauber – Dienstag, 18.07.17

 

Der gestrige Tag fordert seine Opfer, so beschließen wir diesen Tag etwas geruhsamer anzugehen und nach einem ausgedehnten Frühstück das sonnige Wetter für ein Fahrtechniktraining zu nutzen. Die beiden Burgen Ober- und Untermontani direkt oberhalb von Goldrain bieten sich hierfür sehr gut an.

Die Kehren, die mir 2011 noch als schöne Spitzkehren angepriesen wurden sind mittlerweile zwar eher rund geshreddert worden, nicht zuletzt von Sekundenschindern von der letzten Trail Trophy (stimmt’s, Phil ;-). Sie eignen sich somit hervorragend für eine Einheit Kurvenfahren sowie Grundposition und Aktivposition. Es heißt immer wieder gebetsmühlenartig sich an den Gorilla und die Blickführung (nicht Schulterblick!) zu erinnern, um geschmeidig und elfengleich den Trail hinabzusurfen.

Die Stille der zenartigen Übungen wird dabei des öfteren abrupt durch mehrere teils fünfzehnköpfige Gruppen unterbrochen. Scheinbar ist der Montanitrail wohl kein Geheimtipp mehr. Tatsächlich ist er ein Teil des unteren Abschnitts des S1 bewerteten Latscher Trailzaubers, dem wir später noch erliegen sollten.

Im Anschluss gab es noch eine Einheit technisches hochfahren bzw. schieben auf dem Bierkellertrail. Eine zweite Runde in Echtzeit gefahren rundetet diesen Tag für uns ab.

Latscher Alm, Rotbrunn Trail, Tarscher Alm, 4 gewinnt 13 – Mittwoch, 19.07.17

8 Kommentare

  1. Nach dem derzeitigen Stand gehen wir mit Petra & Peter zu viert auf Tour. Unsere Ferienwohnung ist damit voll belegt. Wer noch mit möchte, bitte selber um eine Unterkunft kümmern.

    Wir werden die Daheimgebliebenen / Anderswourlauber über unsere Touren auf dem Laufenden halten.

  2. Verdammt, wäre gerne dabei, komme aber erst am 15.7. aus dem Urlaub mit meiner Tochter zurück!

    …blöd gelaufen…

    …und die Südvogesen überschneiden sich auch.
    Vielleicht ergibt sich ja noch eine andere Tour dieses Jahr, ansonsten kann ich erst nächstes Jahr wieder mit!

    Liebe Grüße
    ingo

Schreibe einen Kommentar